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Niedrigenergie- und Passivhäuser

Diese Begriffe bezeichnen Energiestandards, die mit verschiedenen Techniken erreicht werden können.


Niedrigenergiehäuser

Niedrigenergiehäuser unterschreiten die Anforderungen der Wärmeschutzverordnung von 1995 um 25% und verbrauchen pro Quadratmeter (m²) Wohnfläche im Jahr (a) zwischen 40 und 70 Kilowattstunden (kWh) an Energie, das entspricht 4 bis 7 Litern Heizöl pro Quadratmeter und Jahr. Diese Energiemenge beinhaltet nur den Heizwärmebedarf, nicht den für Warmwasser und Haushaltsstrom. Niedrigenergiehäuser entsprechen dem Stand der Technik und sind bereits zehntausendfach praktisch erprobt. Die Mehrkosten gegenüber konventioneller Bauweise sind beim Neubau mit 50,- bis 100,- € je m² Wohnfläche bzw. 4 - 6 % der Gesamtinvestitionen und gemessen am Energieeinsparpotenzial gering.


Passivhäuser

Passivhäuser sind eine „gesteigerte Form“ und werden (nach Feist 1988) ab einem Heizwärmebedarf von 15 kWh/(m²▪a) und weniger so genannt. Der geringere Heizwärmebedarf darf dabei nicht auf einem entsprechend höheren Strombedarf, zum Beispiel für Lüfter- und Wärmetauscheranlagen, beruhen. Die Kernidee des Passivhauses ist schnell erklärt: Die Wärmeverluste werden derart stark verringert, dass die separate Heizung gar nicht mehr erforderlich ist. Passive Wärmequellen wie Sonne, Mensch, Haushaltsgeräte, Raumluft (Abluft) decken einen Großteil des Wärmebedarfs. Die noch erforderliche kleine “Restheizung” kann dann leicht über eine Nacherwärmung der Zuluft erfolgen, wenn die maximale Heizlast weniger als 10 W/m² (Wohnfläche) beträgt. Die Wärme wird in diesem Fall über ein Nachheizregister der Zuluft des Lüftungssystems zugeführt. Meist reicht die Zuluftnachheizung als alleinige Wärmequelle aus. Aufgrund der angenehmen Oberflächentemperaturen von Wänden und Fenstern ist ein aktiver Strahlungswärmeausgleich durch Heizkörper nicht erforderlich.

Es ist dem Architekten beziehungsweise Bauherren überlassen, welche Schwerpunkte bei den energiesparenden Maßnahmen gesetzt werden und welches Gesamtkonzept zum Ziel führt.




Bild 1: Entwicklung des Heizwärmebedarfs in Abhängigkeit des Baustandards (Einfamilienwohnhaus, 3 bis 4 Personen, 150 m2 Nutzfläche, A/V = 0,84)


Passiv- und Niedrigenergiehäuser zeichnen sich insbesondere durch folgende Konstruktionsmerkmale aus:


  • optimaler Wärmeschutz der Gebäudehülle
  • Verringerung der Außenfläche (Baugeometrie)
  • durchdachte Ausführung von Wärmeschutzmaßnahmen im Detail (Winddichtheit, Vermeidung von Wärmebrücken etc.)
  • passive Sonnenergienutzung
  • Vorerwärmung der Frischluft mittels Gegenstrom-Wärmetauscher
  • Südorientierung und Verschattungsfreiheit

Als Ergänzung sind Solaranlagen zur Erwärmung des Brauchwassers und stromsparende Geräte im Haushalt denkbar.

Niedrigenergiehaus- und Passivhausstandard lassen bei frühzeitiger Planung eines Neubaus am besten realisieren. Durch nachträgliche Dämm- und Umbaumaßnahmen ist es noch schwierig, den Standard der Wärmeschutzverordnung, den Niedrigenergiehaus-Standard oder Passivhaus-Standard zu erreichen. Allerdings wird zur Zeit intensiv an geeigneten Nachrüstungstechniken geforscht.


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